Gründe einer Gesellschaftsauflösung

Das Ausscheiden einer Gesellschaft aus dem Rechtsverkehr ist ein komplizierter, sich in mehreren Schritten vollziehender Prozess. Gründe für die Auflösung gibt es viele. Während manche Auflösungen auf Wunsch der Gesellschafter erfolgen, ergehen andere notgedrungen.

Viele Auflösungsgründe sind gesetzlich geregelt. Darüber hinaus können vertraglich vereinbarte Gründe zu der Auflösung einer Gesellschaft führen. Bei den gesetzlichen Auflösungsgründen muss zwischen den einzelnen Rechtsformen unterschieden werden.

OHG, KG, GmbH & Co. KG

Die Regelungen bezüglich der Auflösungsgründe befinden sich in den §§ 131 ff HGB. Bei einer GmbH & Co. KG wird jede Gesellschaft nach den für sie geltenden Regeln aufgelöst, ohne das die Auflösung der einen Gesellschaft zwingend die Auflösung der anderen zur Folge hat. Auflösungsgründe einer OHG und einer KG sind insbesondere:

  • Zeitablauf

  • Gesellschafterbeschluss

  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens

  • gerichtliche Entscheidung

 

GmbH, UG

§ 60 GmbHG setzt die Auflösungsgründe für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung fest:

  • Zeitablauf

  • Gesellschafterbeschluss (im Zweifel 3/4 Mehrheit)

  • gerichtliche Entscheidung

  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens

  • Verfügung des Registergerichts bei Mängeln des Gesellschaftsvertrags

  • Löschung der Gesellschaft wegen Vermögenslosigkeit

 

AG

Eine Aktiengesellschaft wird gemäß § 262 AktG bei folgenden Auflösungsgründen aufgelöst:

  • Zeitablauf

  • Beschluss der Hauptversammlung (Mindestens 3/4 des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals)

  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens

  • Verfügung des Registergerichts

  • Löschung der Gesellschaft wegen Vermögenslosigkeit



 

EU

Bei einem Einzelunternehmen besteht neben der natürlichen Person des Inhabers kein eigenständiger Rechtsträger. Spezielle Auflösungsgründe sind daher nicht erforderlich.